Nix Lappe; wahre Geschichte - www.rgzv-schiffweiler.de - Rassegeflügelzuchtverein Schiffweiler - Saarland

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letzte Änderung
09. Februar 2019
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Nix Lappe

Als 1951 das Vereinsleben wieder aufgenommen wurde, fehlte es besonders an frischem Zuchtmaterial in den Vereinen. Bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit gab es kaum noch Rassegeflügel im Saarland. Es musste frisches Blut ins Land, es war jedoch natürlich verboten über Ländergrenzen hinweg im „Reich“ Zuchtiere zu kaufen.

Es bestand zwischen dem Saarland und dem Reich eine Grenze und es war streng verboten Tiere ins Saarland einzuführen.

Es blieb also nur die Möglichkeit  die Tiere anders über die Grenze zu bringen.

Die Schiffweiler Geflügelzüchter pflegten untereinander immer guten freundschaftlichen Kontakt, besonders zu  unserem Nachbarverein Urexweiler.

Die „Exweller“ Zuchtfreunde erklärten sich bereit den Schiffweiler Züchtern zu helfen, dass die ersehnten Tiere den Weg nach Schiffweiler finden sollten..

Um die Tiere über die Grenze zu bekommen gab es nun zwei Möglichkeiten:

entweder stellte ein Eisenbahner, der auch Rassegeflügelzüchter war, den Kasten mit Geflügel in ein Bremserhäuschen und gab nachdem Passieren der Grenze auf dem nächsten Bahnhof die bestellten Hühner an den wartenden Züchter ab oder man versuchte mit einem Fahrzeug an einem kleinen Grenzübergang über die Grenze zu kommen.

Hierzu hatten sich unsere beiden Zuchtfreunde aus „Exweller“  Reinhold Rohner und Friedel Piro folgenden Trick ausgedacht:

Reinhold Rohner, der zwischenzeitlich saarländischer Polizist war, trug unter seinem Mantel seine Uniform,  damit man im „Reich“ nicht auffiel. Reinhold und Friedel fuhren auf Friedels  Motorroller nach Birkenfeld um den bestellten Hahn in Empfang zu nehmen. Auf dem Rückweg zog dann Reinhold nach der deutschen Grenze den Mantel aus um dann als Uniformträger die saarländische Grenze unbehelligt zu überqueren. Dies hatte  schon öfter problemlos funktioniert.
Normalerweise wurden die beiden dann, nachdem der französische Zöllner die Uniform gesehen
hatte, durchgewinkt.

An diesem Tag im November sah die Sache allerdings etwas anders aus.

Der Zöllner kam aus seinem Häuschen und hielt das Fahrzeug an und fragte in gebrochenem Deutsch:

“ ’aben sie etwas anzumelden“

Darauf der zutiefst geschockte Reinhold: „Hahn“

Zöllner: „Ah, oui, c’ est un lapin“ (frz.: Ach so, das ist eine Hase)

Reinhold:.“Nee, nix Lappe - Hahn“

Zöllner in gebrochenem Deutsch: „Ein ´ase“

Friedel erfasste die Situation und rief: „joo e Has“ und gab mit seinem Motorroller Vollgas und verschwand.

Den Rest des Weges nach Schiffweiler überstand der Hahn dann ohne weitere Zwischenfälle.



Widder
-- Uhr
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